Search this site
38 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Wann ist der Alkoholkonsum am höchsten? Neue TRR-265-Studie untersucht zeitliche Konsummuster
Eine neue Studie aus dem TRR 265, veröffentlicht in den European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, liefert detaillierte Einblicke darin, wie sich der Alkoholkonsum von Menschen mit einer Alkoholgebrauchsstörung (AUD) im zeitlichen Verlauf verändert. Mithilfe smartphonebasierter Ecological Momentary Assessments (EMA) wurden 670 Teilnehmende über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitet und ihr Alkoholkonsum im Alltag erfasst. Die Ergebnisse zeigen deutliche zeitliche Muster: Sowohl die Häufigkeit als auch die Menge des Alkoholkonsums nahmen an Wochenenden und rund um Feiertage zu. Besonders ausgeprägt waren saisonale Veränderungen mit einem Anstieg im Dezember und einem Rückgang im Januar. Während des COVID-19-Lockdowns erhöhte sich zudem die Häufigkeit des Alkoholkonsums, während die konsumierte Menge an einzelnen Trink-Tagen unverändert blieb. Die Identifizierung solcher Zeiträume mit erhöhtem Konsumrisiko könnte dazu beitragen, zukünftige Präventions- und Interventionsmaßnahmen gezielter einzusetzen. Insbesondere können die Erkenntnisse die Entwicklung adaptiver und kontextsensitiver digitaler Interventionen unterstützen, die Betroffene genau dann erreichen, wenn das Risiko für erhöhten Alkoholkonsum besonders hoch ist. Die Studie wurde am 4. August 2026 veröffentlicht und ist Open Access verfügbar. Zur vollständigen Publikation (auf englisch)
- Die Zukunft der globalen Mental Health Literacy gestalten
Shuyan Liu von der Charité – Universitätsmedizin Berlin bringt im Rahmen des Scoping Workshops „Charting the Future of Global Mental Health Literacy“ vom 29. bis 31. Juli 2026 im Schloss Herrenhausen in Hannover eine internationale Gruppe führender Expertinnen und Experten zusammen. Der Workshop vereint Forschende, Klinikerinnen und Kliniker, Public-Health-Expertinnen und -Experten sowie Vertreter internationaler Organisationen aus Afrika, Asien, Australien und Neuseeland, Europa und Nordamerika. Diese internationale Perspektive steht im Zentrum der Veranstaltung: Mental Health Literacy wird durch kulturelle, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt, und Ansätze aus einer Region der Welt lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Kontexte übertragen. Die Teilnehmenden werden daher diskutieren, wie Mental Health Literacy in unterschiedlichen Kulturen sowie in Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen verstanden wird und wie international anwendbare Empfehlungen entwickelt werden können. An drei Tagen beschäftigen sich Plenarvorträge, Breakout-Sessions und World-Café-Diskussionen unter anderem mit der Definition und Messung von Mental Health Literacy, kultursensiblen Interventionen, digitalen und sozialen Medien, politischen Rahmenbedingungen sowie der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Zu den Vortragenden und Teilnehmenden gehören Fachleute der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der World Psychiatric Association (WPA) sowie Universitäten und Einrichtungen für psychische Gesundheit aus aller Welt. Auch Kolleginnen und Kollegen des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) sind vertreten. Ziel des Workshops ist es, nationale Perspektiven zusammenzuführen und zu einem gemeinsamen globalen Verständnis von Mental Health Literacy beizutragen, Forschungs- und Politikprioritäten zu identifizieren und eine Grundlage für zukünftige internationale Empfehlungen zu schaffen. 29.–31. Juli 2026 | Schloss Herrenhausen, Hannover Vollständiges Workshop-Programm und Teilnehmer/innen
- Suchtstigma im Wandel: Wissenschaft, Praxis und neue Perspektiven in Leipzig
Vom 21. bis 23. Oktober 2026 findet in Leipzig das 20. Wissenschaftliche Gespräch der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) statt. Unter dem Titel „Suchtstigma im Wandel: Evidenz, Praxis, Perspektiven“ widmet sich die Tagung der Stigmatisierung von Suchterkrankungen und damit einem Thema von hoher gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und gesundheitspolitischer Relevanz. Zehn Jahre nach dem Memorandum „Das Stigma von Suchterkrankungen verstehen und überwinden“ bringt die Veranstaltung Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Klinik, Versorgung, Prävention und Gesundheitspolitik sowie Menschen mit eigener Erfahrung zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Erkenntnisse zu öffentlichem, strukturellem und internalisiertem Stigma sowie neue Ansätze für eine stigmafreie Suchtversorgung und -forschung. Das Programm reicht von der Darstellung von Sucht in den Medien und Stigma im Gesundheitssystem bis hin zu partizipativer Forschung, Recovery und zukünftigen Herausforderungen der Suchtmedizin. Termin: 21.–23. Oktober 2026 Ort: Hotel Michaelis, Leipzig Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular, das anschließend per E-Mail an die Geschäftsstelle der DG-Sucht gesendet werden kann. Anmeldeformular herunterladen
- 9. Feuerlein-Symposium zur Versorgungsforschung in der Suchttherapie
Am 6. Oktober 2026 findet das 9. Feuerlein-Symposium zur Versorgungsforschung in der Suchttherapie als Hybridveranstaltung im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg (IWH) sowie online statt. Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Herausforderungen der interinstitutionellen Zusammenarbeit innerhalb der suchttherapeutischen Versorgung und in der rechtskreisübergreifenden Versorgung“ bringt das Symposium Expertinnen und Experten aus Forschung, Versorgung, Politik und Praxis zusammen. Gemeinsam werden aktuelle Herausforderungen diskutiert und Lösungsansätze für eine bessere Vernetzung und Versorgung von Menschen mit Suchterkrankungen entwickelt. Das Programm umfasst Vorträge renommierter Referentinnen und Referenten sowie zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch. Termin: 6. Oktober 2026 Ort: Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg (IWH) & online Weitere Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im Veranstaltungsflyer: https://feuerlein-cts.de/fileadmin/media/feuerlein-cts/content/bilder-feuerlein-symposium/2026/Flyer27072026_FeuerleinSymposium2026.pdf
- Schachbasiertes kognitives Remediationstraining verbessert Aufmerksamkeit und Lebenszufriedenheit
Das Teilprojekt C01 des SFB/Transregio TRR 265 entwickelt und validiert innovative Therapieansätze für Menschen mit Substanzgebrauchsstörungen wie der Alkoholgebrauchsstörung (AUD) und der Tabakgebrauchsstörung (TUD). Die nun vorliegenden Ergebnisse bei Menschen mit Alkoholgebrauchsstörung zeigen, dass ein schachbasiertes kognitives Remediationstraining die Daueraufmerksamkeit verbessern kann und zudem die Lebenszufriedenheit erhöht. Das Training wurde von den Teilnehmenden sehr gut angenommen. Auch wenn sich die positiven Effekte auf die Lebenszufriedenheit in dieser Studie noch nicht langfristig nachweisen ließen, sprechen die Befunde dafür, dass schachbasiertes kognitives Remediationstraining die kognitive Rehabilitation bei Suchterkrankungen unterstützen und damit langfristig auch die Wiedererlangung der kognitiven Kontrolle fördern könnte. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Neuropsychological Rehabilitation veröffentlicht (Seeger et al., 2026; https://doi.org/10.1080/09602011.2026.2702561). Die Autoren haben außerdem ein kostenfreies Manual veröffentlicht: https://zenodo.org/records/16901577. Es richtet sich an Fachpersonen aus Psychotherapie, Ergotherapie und Neuropsychologie und bietet eine strukturierte und praxisorientierte Anleitung zur Umsetzung des Programms, inklusive Stundenverläufen, Aufgabenbeispielen und didaktischen Hinweisen.
- Wie entsteht eine Sucht? Rainer Spanagel im WELT-Podcast „Aha!“
Warum entwickeln manche Menschen eine Abhängigkeit – und was passiert im Gehirn, wenn die Kontrolle über den Konsum zunehmend verloren geht? Darüber spricht Rainer Spanagel, Sprecher des TRR 265, in einer aktuellen Folge des WELT-Wissenschaftspodcasts „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“. Im Gespräch erklärt er, wie Alkohol, Nikotin, Cannabis, aber auch Verhaltensweisen wie Gaming oder die Nutzung sozialer Medien das Belohnungssystem beeinflussen. Dabei geht es insbesondere um die Rolle von Dopamin, Veränderungen der Kontrollmechanismen im Gehirn und die Frage, warum manche Menschen anfälliger für die Entwicklung einer Sucht sind als andere. Auch Möglichkeiten zur frühzeitigen Intervention und die Bedeutung digitaler Unterstützungsangebote werden thematisiert. Die Podcastfolge bietet einen kompakten und allgemeinverständlichen Einblick in zentrale Fragen der modernen Suchtforschung und greift damit Themen auf, die auch im Mittelpunkt der Forschung von TRR 265 stehen. Die vollständige Podcastfolge ist bei WELT verfügbar:„Wie entsteht eine Sucht?“ – WELT Podcast
- Suchtforschung per Smartphone: Neue Perspektiven für Prävention und Rückfallintervention
Wie lassen sich Rückfälle bei Alkoholabhängigkeit frühzeitig erkennen und verhindern? Ein aktueller Beitrag von Rainer Spanagel und Markus Reichert in der DFG-Zeitschrift forschung zeigt, wie moderne Smartphone-Technologien und mobile Sensoren dabei helfen können, das Trinkverhalten im Alltag in Echtzeit zu erfassen und individuelle Risikosituationen zu identifizieren. Im Rahmen von TRR 265 ReCoDe wurden über ein Jahr hinweg mehr als 800 Menschen mit Alkoholabhängigkeit begleitet. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für sogenannte Just-in-Time Adaptive Interventions (JITAIs) – digitale Unterstützungsangebote, die Betroffene genau dann erreichen sollen, wenn das Risiko für einen Rückfall besonders hoch ist. Ziel ist es, personalisierte und niedrigschwellige Interventionen zu entwickeln, die Menschen dabei unterstützen, die Kontrolle über ihren Alkoholkonsum zurückzugewinnen. Der vollständige Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der DFG-Zeitschrift forschung erschienen und gibt spannende Einblicke in die Möglichkeiten digitaler Gesundheitsforschung und personalisierter Suchttherapie. Hier geht es zur kompletten Ausgabe: https://www.dfg.de/resource/blob/393362/forschung-2026-01.pdf
- TRR 265 trifft sich zum wissenschaftlichen Retreat in Weimar
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs TRR 265 „Losing and Regaining Control over Drug Intake“ kamen erneut zu ihrem gemeinsamen Retreat in Weimar zusammen. Im Mittelpunkt standen der wissenschaftliche Austausch, die Präsentation aktueller Forschungsergebnisse sowie die strategische Weiterentwicklung des Forschungsverbunds. Alle Teilprojekte stellten den aktuellen Stand ihrer Arbeiten vor und diskutierten ihre Ergebnisse mit den anderen Projektgruppen. In zahlreichen wissenschaftlichen Diskussionen wurden neue Ideen entwickelt und die nächsten Schritte für die laufenden Projekte abgestimmt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf mechanistischen Ansätzen zur Entstehung von Suchterkrankungen sowie auf der Entwicklung neuer, mechanismusbasierter Interventionsstrategien. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Zukunft des TRR 265. Im Rahmen des Retreats wurde die gemeinsame Strategie für die kommende Förderphase weiter ausgearbeitet und bestätigt, dass sich der Forschungsverbund um eine dritte Förderperiode bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewerben wird. Das Retreat bot erneut eine hervorragende Gelegenheit, den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Standorten zu stärken und gemeinsam die nächsten Schritte in der Suchtforschung zu planen.
- Hormone und Craving: Neue Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Substanzgebrauchsstörungen
In einem aktuellen Kommentar in Biological Psychiatry diskutiert Sarah Gerhardt neue neurobiologische Befunde zu geschlechts und hormonabhängigen Unterschieden in der Verarbeitung drogenassoziierter Reize bei Substanzgebrauchsstörungen und zeigt auf, wie Schwankungen von Estradiol und Progesteron über den Menstruationszyklus hinweg die neuronale Cue Reaktivität sowie die Regulation von Craving beeinflussen können. Die Arbeit unterstreicht die klinische Relevanz hormoneller Faktoren für individualisierte und phasenspezifische Behandlungsansätze in der Suchttherapie. https://authors.elsevier.com/a/1mdta1S07xz6l
- Wichtige Veröffentlichung aus Teilprojekt A08
Die A08 Arbeitsgruppe aus dem TRR hat ein zentrales Paper im Journal Addiction Biology veröffentlicht. Die Studie entstand unter der Leitung von Bernd Lenz , Erstautorin ist Rafat Boroumand-Jazi . Untersucht wurde, wie hormonelle Prozesse mit Alkoholreizen im Gehirn zusammenhängen und ob das Medikament Finasterid die neuronale Reaktion auf alkoholbezogene Reize beeinflusst. In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Crossover-Studie mit Männern mit episodisch starkem Alkoholkonsum wurde mittels fMRT gemessen, wie das Gehirn auf visuelle Alkoholreize reagiert. Finasterid führte zu Veränderungen in Hirnregionen, die für Belohnungsverarbeitung und Verhaltenskontrolle wichtig sind, und die Teilnehmenden berichteten unter Finasterid einen stärkeren Wunsch, keinen Alkohol zu trinken. Die Ergebnisse liefern wichtige neue Hinweise auf neurobiologische Mechanismen problematischen Alkoholkonsums und eröffnen Perspektiven für zukünftige therapeutische Ansätze. Boroumand-Jazi et al., Addiction Biology (2026)
- Frohes neues Jahr und alles Gute für 2026
Zum Start ins neue Jahr möchten wir allen Mitgliedern und Partnern von TRR265 herzlich ein frohes und gesundes neues Jahr wünschen. Die Feiertage sind für viele eine besondere Zeit der Ruhe, des Zusammenseins und des Innehaltens. Gleichzeitig können sie gerade im Kontext von Sucht und suchtbezogenen Verhaltensweisen auch herausfordernd sein. Umso mehr hoffen wir, dass alle diese Tage gut überstanden haben, Zeit zum Auftanken finden konnten und nun mit Zuversicht und positiven Vorsätzen ins neue Jahr starten. Für 2026 wünschen wir uns allen Offenheit, gegenseitige Unterstützung und neue Impulse, sowohl für unsere Forschung als auch für den persönlichen Umgang mit Gesundheit und Wohlbefinden. Wir freuen uns auf die kommenden gemeinsamen Schritte, Diskussionen und Erkenntnisse im neuen Jahr.
- Wilhelm-Feuerlein-Forschungspreis für Sabine Hoffmann und Markus Reichert
Auszeichnung für Forschung zu hormonellen Einflüssen auf Alkoholkonsum TRR265-Forscherin Sabine Hoffmann (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim) und Prof. Dr. Markus Reichert (Paris Lodron Universität Salzburg, Gastwissenschaftler am ZI) wurden mit dem Wilhelm-Feuerlein-Forschungspreis 2025 im Bereich Grundlagenforschung ausgezeichnet.Der Preis wurde am 23. September 2025 im Rahmen des Deutschen Suchtkongresses in Berlin verliehen. In ihrer im Rahmen des Sonderforschungsbereichs TRR 265 durchgeführten Studie “Associations of Menstrual Cycle and Progesterone-to-Estradiol Ratio With Alcohol Consumption in Alcohol Use Disorder: A Sex-Separated Multicenter Longitudinal Study” zeigen sie, dass weibliche Sexualhormone einen Einfluss auf den Alkoholkonsum haben.Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein hohes Progesteron-Östradiol-Verhältnis das Risiko für problematischen Alkoholkonsum bei Frauen und Männern verringern kann. Damit eröffnet die Studie neue Perspektiven für personalisierte und zyklussensible Therapien in der Behandlung von Alkoholabhängigkeit. Der Wilhelm-Feuerlein-Forschungspreis wird alle zwei Jahre von der Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt, der Deutschen Suchtstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie vergeben. Er zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich substanzgebundener Abhängigkeiten, insbesondere zu Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, aus.





